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Die Wahlmonarchie
Valmora ist keine reine Erbmonarchie, sondern eine Wahlmonarchie: Nach dem Tod eines Königs bestimmt der Kronrat – die großen Häuser mit Kronrecht – den nächsten Herrscher.
Historischer Ursprung: Der Bruderkrieg. Vor rund 751 Jahren (ca. 88–95 n.G.), nur wenige Generationen nach der Reichsgründung, endete die ursprüngliche Herrscherdynastie, Haus Maldrin – ein Königshaus aus dem Norden – in einem verheerenden, siebenjährigen Bürgerkrieg: Nach dem Tod des amtierenden Königs bekämpften sich seine beiden Söhne um die Krone, bis die damalige Hauptstadt Aschkron zerstört und die gesamte Blutlinie ausgelöscht war (mehr dazu unter 'Die Gründung Valmoras'). Die verbliebenen mächtigen Häuser, vor allem aus dem Süden, einigten sich darauf, so etwas nie wieder zuzulassen: Fortan sollte die Krone nicht mehr strikt vererbt, sondern nach jedem Tod eines Königs vom Kronrat neu vergeben werden.
Warum seither immer der Süden regiert. Seit dem Bruderkrieg saß nie wieder ein Nordhaus auf dem Thron – nicht nur aus wirtschaftlichem Kalkül, sondern aus tief sitzendem Misstrauen: In der kollektiven Erinnerung des Südens gilt der Untergang von Haus Maldrin als Beweis, dass nordische Herrschaft ins Chaos führt. Mehrere südliche Häuser haben die Krone seither getragen – Corveth ist nur das aktuelle, am längsten bestätigte –, aber nie ein nordisches. Das macht den nordischen Groll noch komplizierter: Es ist nicht nur ein Gefühl von Benachteiligung, sondern eine Ablehnung, die sich auf eine reale, traumatische Vorgeschichte beruft – aus Sicht des Nordens jedoch eine Kollektivstrafe für die Taten eines einzigen, seit über 750 Jahren toten Hauses.
Warum es sich trotzdem wie Erbfolge anfühlt. Haus Corveth wurde als erstes Haus gewählt und seither über Generationen hinweg immer wieder bestätigt – in der gelebten Erfahrung der meisten Menschen war die Krone 'schon immer' bei Corveth, obwohl das System formal wählend ist. König Aldric III. ist der Erste seit Menschengedenken, der ohne Erben stirbt – das System wird dadurch zum ersten Mal seit Generationen wirklich auf die Probe gestellt, statt nur Formsache zu sein.
Wie sich das strukturell hält. Zusätzlich zum Misstrauen aus dem Bruderkrieg liegt das Kronrecht – das Stimmrecht im Kronrat – auch praktisch bei den großen Südhäusern: eine Folge der Nachkriegsordnung, in der wirtschaftliche und militärische Beitragskraft über Stimmgewicht entschied und der Süden seither strukturell im Vorteil blieb. Die Nordhäuser haben dadurch nie eine reale Chance auf die Krone, weil sich die Südhäuser untereinander vorab abstimmen ('Kungelei') – verstärkt durch das kollektive Misstrauen gegenüber nordischer Herrschaft seit Maldrins Fall. Das ist im ganzen Reich bekannt, offen besprochen und eine der zentralen Quellen des nordischen Grolls – ein doppeltes Gefühl von Ausschluss: strukturell benachteiligt und zugleich kollektiv verdächtigt für etwas, das vor Jahrhunderten geschah.
Wie es dazu kam: Die Gründung Valmoras →