Valmora Chronicles
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Die Gründung Valmoras

Eine Legende, die sich vor allem bei Sahen und Kharg hält, von den meisten Menschen im Reich aber als bloße Fabel abgetan wird, erzählt vom Ursprung der Menschen selbst: Eines Tages habe sich der Himmel verdunkelt und das Meer sei unruhig geworden, und statt eines befürchteten Unheils seien Schiffbrüchige an die Westküste getrieben – wild, verängstigt, ohne erkennbare Herkunft, weder Sahen noch Kharg. Sie nannten sich selbst 'Menschen'. Die Sahen hätten sie aufgenommen und ihnen Sprache und Sitte gelehrt, die Kharg das Schmieden. Die Fremden aber vermehrten sich rasend schnell – und wurden mit jeder Generation gieriger statt dankbarer. Ob an dieser Geschichte etwas Wahres dran ist, weiß im heutigen Valmora niemand mehr zu sagen. Was dagegen als gesicherte Geschichte gilt: Die neu angekommenen Menschen wandten sich gegen ihre Gastgeber. Eine Sahen-Stadt nach der anderen wurde erobert, der blühende Sonnenrat der Sahen zerschlagen und die Überlebenden in die Wüste vertrieben. Im Norden leisteten die Kharg zäheren Widerstand, wurden am Ende aber ebenfalls ins Gebirge zurückgedrängt. Weil die nordischen Siedler dabei weit härter kämpfen mussten als die südlichen, wurden ihre Fürstentümer kampferprobter – und richteten die ersten jährlichen Razzien gegen die verbliebenen Kharg-Sippen ein, um ein Wiedererstarken zu verhindern. Diese Praxis besteht bis heute fort. Über Generationen bekämpften sich die entstandenen menschlichen Fürstentümer auch untereinander, bis eines der nordischen Häuser, Haus Maldrin, unter seinem Fürsten Harn Maldrin so stark wurde, dass es zunächst den gesamten Norden einte und wenig später auch den Süden unterwarf. Im Jahr 0 n.G. rief Harn Maldrin das vereinte Königreich Valmora aus – die Zeitrechnung des ganzen Reiches beginnt damit, historisch ungewöhnlich, genau mit dem Moment der nordischen Eroberung des Südens, was den meisten heutigen Bewohnern Solmeres nicht bewusst ist. Die neue Hauptstadt hieß Aschkron und lag bewusst an den nördlichen Ausläufern des Kargzahn-Gebirges, am Kargpass. Der Bruderkrieg. Nach knapp drei Generationen Maldrin-Herrschaft starb der amtierende König unerwartet. Seine beiden Söhne stritten um die Thronfolge, die großen Häuser verbündeten sich mit je einem der Anwärter, und es folgte ein siebenjähriger Bürgerkrieg (ca. 88–95 n.G.). Aschkron wurde bei den Kämpfen vollständig zerstört und niedergebrannt – bis heute liegen dort nur noch verfluchte Ruinen. Am Ende starben beide Thronanwärter in einer letzten großen Schlacht, die Blutlinie war ausgelöscht. Der Kronrat und Aldric I. In dieser Lage hatte Haus Corveth, unter seinem Oberhaupt Aldric, die entscheidende Idee: einen Kronrat aus allen hohen Häusern einzuberufen, der fortan den König bestimmen sollte. Der Vorschlag wurde angenommen, Aldric wurde als erster Wahlkönig Valmoras bestätigt (Aldric I. – der heutige König Aldric III. trägt seinen Namen in bewusster Tradition). Die Hauptstadt wurde von den Ruinen Aschkrons weg an die Flussgabelung im Süden verlegt, das heutige Valcortis – praktisch und zugleich symbolisch die endgültige Verschiebung der Macht nach Süden, eine Erzählung vom 'kultivierten' Süden und 'wilden' Norden, die der Süden bis heute pflegt. Zugleich verständigten sich die südlichen Häuser im Geheimen darauf, bei jeder künftigen Wahl stets ein Südhaus zu bevorzugen, um eine Rückkehr 'der Schreckensherrschaft des Nordens' zu verhindern. Die jährlichen Razzien gegen die Kharg wurden in formalisierter Form fortgeführt: Das Fußvolk stellte fortan der Norden, die Kommandanten der Süden – eine Rollenverteilung, die bis heute gilt. Das Wissen der überlebenden Sahen nutzten die südlichen Lords fortan gezielt als Verwalter, Lehrer und für andere Dienste.
Sahen und Kharg vor der Menschenherrschaft →