Die Valmora Chroniken
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Die stillen Briefe von Hafenkrone

32. Hochsonne 297 n.G. · Betrifft: Lord Cassian Thassil

<p>Als der Ruf nach Valcortis Hafenkrone erreichte, las Lord Cassian Thassil ihn nur ein einziges Mal - und ließ noch am selben Abend drei weitere Briefe verfassen, an Häuser, die im königlichen Schreiben gar nicht genannt werden. Eine Einladung ist für Cassian nie nur eine Einladung, sondern immer auch eine Gelegenheit, sich mit Vorbereitung zu bewaffnen, während andere noch ihre Reisetruhen packen. Thassil ist jung im Adelsstand, aus Schiffen und Schulden gebaut statt aus alten Eiden, und Cassian weiß besser als jeder der alten Häuser, wie kurz das Zeitfenster ist, in dem eine aufstrebende Familie sich einen Platz unter den Großen sichern kann, ehe sich die Ordnung neu verfestigt.</p><p>Noch hat niemand öffentlich Farbe bekannt. Velmar wägt, Corren erinnert an das Erbfolge-Abkommen, und Elyan Ardyn ist noch immer nur ein Kind in der Hand eines namenlosen Verwalters. Cassian ist kein Mann, der Anstand über Vorteil stellt - sein Sohn Rendel hat in Silberfurt bereits einen ersten, unausgesprochenen Faden gelegt, den der Vater bislang weder bestätigt noch abgebrochen hat. Was Cassian jetzt mit seinen eigenen, stillen Briefen bezweckt, wird zeigen, ob Thassil am Ende als Königsmacher dasteht - oder als das Haus, dem die alten Familien nie wieder trauen werden.</p>

Cassian Thassil hat Briefe an Häuser geschickt, die der sterbende König gar nicht gerufen hat. Wie nutzt er dieses heimliche Zeitfenster, ehe der Kronrat selbst zusammentritt?

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