Was das Kind zu ahnen beginnt
29. Hochsonne 297 n.G. · Betrifft: Elyan Ardyn
<p>Elyan Ardyn ist neun Jahre alt, klug genug, um Zahlenreihen zu lesen, aber noch zu jung, um zu verstehen, warum in letzter Zeit so viele fremde Reiter nach Silberfurt kommen, die vor ihm höflich lächeln und hinter geschlossenen Türen leiser sprechen. Er hat den jungen Lord aus Hafenkrone gesehen, der eine Stunde mit Ilyan allein war. Er hat gehört, wie ein Bote aus Sturmwacht etwas von einem Kronrat sagte, ein Wort, das er nicht kennt, aber das seinen Verwalter für einen Herzschlag lang die Stirn runzeln ließ. Niemand hat ihm erklärt, dass sein Vater tot ist, weil man es ihm nie in diesen Worten gesagt hat - nur dass er "auf Reisen" sei, eine Auskunft, der er selbst nicht mehr recht traut.</p><p>Elyan ist kein ängstliches Kind, aber auch kein unbedachtes - er wägt, bevor er handelt, das hat ihm Ilyan beigebracht, ohne dass der Junge merkt, wie viel Berechnung in dieser Lektion steckt. Was er mit seiner wachsenden Unruhe anstellt, in einem Haus voller Erwachsener, die alle etwas vor ihm verbergen, wird zeigen, welche Art von Mensch aus diesem letzten Ardyn einmal wird - einer, der fragt, einer, der beobachtet, oder einer, der lernt, nicht hinzusehen.</p>
Elyan Ardyn spürt, dass sich etwas um ihn herum verändert, auch wenn ihm niemand ein Wort davon sagt. Was tut der Junge mit dieser Ahnung?
Die Abstimmung ist beendet.
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