Torvins Handel mit der Angst
24. Hochsonne 297 n.G. · Betrifft: Torvin Wulfmar
<p>Was Bram Draven als knappen, nüchternen Bericht geschickt hat - Wachposten mit Ablösung, geschwärztes Eisen, zwei tote Späher am Barrengrat - ist in Eisenmark zu etwas Größerem geworden. In Torvins Mund ist aus einem einzelnen Gefecht bereits die Vorhut einer Armee geworden, und in den Schmieden glüht mehr Eisen als in jedem Sommer zuvor. Sein Vater Harek warnt zur Vorsicht, so wie er es sein Leben lang getan hat: Wer zu laut von Gefahr redet, ehe er sie beweisen kann, verliert die Glaubwürdigkeit, wenn sie am Ende ausbleibt - oder schürt sie so lange, bis sie sich selbst erfüllt.</p><p>Doch Torvin ist jung genug, um in jeder Krise zuerst eine Gelegenheit zu sehen, ehe er die Gefahr selbst begreift. Der Kronrat schweigt noch immer zur Thronfolge, Velmar und Corren belauern sich, und der Norden hat - zum zweiten Mal in wenigen Wochen - einen Vorsprung an Wissen, den der Süden nicht hat. Was Torvin mit diesem Vorsprung tut, entscheidet nicht nur, ob der Kargzahn tatsächlich verteidigt wird, sondern auch, ob er selbst zum Anführer der Falken wird oder zu einem Mann, der Wölfe rief, ehe welche kamen.</p>
Der Bericht vom Barrengrat hat Eisenmark erreicht, größer geworden mit jedem Mund, der ihn weitertrug. Wie nutzt Torvin Wulfmar diese Angst - für die Grenze, für seinen eigenen Ruhm, oder als Waffe gegen den Süden?
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